Wozu braucht Gott ein Raumschiff? – 35 Jahre STAR TREK im Kino

Quelle: thegridscififrontier.com

Es mag aus heutiger Sicht verwundern, aber die originale STAR-TREK-TV-Serie, mit ihren Abenteuern rund um Captain Kirk, Mister Spock und Co., war bei ihrer Erstausstrahlung im amerikanischen Fernsehen (1966 bis 1969) kein Erfolg. Tatsächlich ist es nur den unzähligen Zuschriften von Sci-Fi-Fans und -Autoren an den Fernsehsender NBC zu verdanken, dass STAR TREK damals überhaupt über die erste Staffel hinaus kam. So verschwand STAR TREK nach dem Ende der Serie auch erst einmal wieder aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit.

Erst der Verkauf der Serie an private TV-Anstalten und ins Ausland bescherte ihr eine höhere Popularität. 1972 wurde STAR TREK zum ersten Mal in Deutschland vom ZDF ausgestrahlt, unter dem Titel RAUMSCHIFF ENTERPRISE. Das aufkeimende Interesse an Science Fiction in den 1970er Jahren spielte natürlich auch STAR TREK in die Karten, weshalb Überlegungen angestellt wurden, eine zweite STAR-TREK-Serie zu produzieren. Die Vorproduktion hatte schon begonnen, Kulissen waren schon gebaut, als 1977 ein Film des jungen George Lucas die Welt im Sturm eroberte. Der Erfolg von STAR WARS zog eine schier unendliche Welle an Sci-Fi-Filmen im Kino nach sich, woraufhin man bei Paramount die Pläne für eine zweite Serie kippte und sich an die Produktion eines STAR-TREK-Kinofilmes machte.

Der Unterschied zwischen den oft in einem Atemzug genannten Franchises STAR TREK und STAR WARS liegt natürlich vor allem in ihrer Grundlage. Während STAR WARS ein Weltraum-Märchen ist, mit Prinzessinnen, die gerettet werden müssen und (Jedi-)Rittern, die mit (Licht-)Schwertern kämpfen, ist STAR TREK auf zumindest theoretischen wissenschafltichen Grundlagen erbaut. Auch die Philosophie des Ganzen, hauptsächlich natürlich erdacht von TREK-Vater Gene Roddenberry, ist ein Merkmal von STAR TREK. Hier ist die Zukunft keine düstere, apokalyptische Welt, sondern ein Ort, an dem sich die Menschen mit Hilfe der Technologie eine vorurteilsfreie und Rassen-unabhängige Welt geschaffen haben.

1979 war es dann soweit, STAR TREK THE MOTION PICTURE startete in den Kinos. Und mit dem Film begann der endgültige Siegeszug von STAR TREK, auch wenn rückblickend der erste Film von vielen Fans damals und heute als der schlechteste TREK-Film angesehen wird. Woran liegt das? Auf dem Regiestuhl nahm Robert Wise Platz, der mit DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND (1951) bereits einen Sci-Fi-Klassiker geschaffen hatte. Alle Darsteller aus der TV-Serie waren wieder mit an Bord und auch die Special Effects, die unter anderem von Douglas Trumbull (BLADE RUNNER, 2001: A SPACE ODYSSEY) betreut wurden, lassen sich heute noch sehen. Das Problem des Filmes ist wohl eher, dass er kein Actionfilm ist. Im Film bewegt sich eine riesige, undurchdringliche Wolke, die alles absorbiert, was ihr in die Quere kommt, auf die Erde zu und die Enterprise wird los geschickt, um das Objekt aufzuhalten. Auch gerne als die „STAR-TREK-Version von 2001: A SPACE ODYSSEY“ bezeichnet, lässt sich der Film viel Zeit für optische Eindrücke. So ist beispielsweise schon zu Beginn des Filmes die Szene, als Kirk und Scotty mit einer kleinen Fähre zur Enterprise fliegen, mehrere Minuten lang, auch ohne Dialog. Der Film zelebriert das Schiff und dessen Geschichte regelrecht. Auch später, als die Enterprise in die Wolke eingedrungen ist, gibt es viele Sequenzen, in denen man einfach nur minutenlange Flüge des Schiffes durch diese Wolke sieht. Auch die Crew selbst scheint teilweise nicht sie selbst zu sein. Der eigentlich so draufgängerische Kirk ist hier ein steifer Paragraphenreiter und Mister Spock durch seine ablehnende Art eher unsympathisch. Dazu kommen noch babyblaue Ganzkörper-Overalls mit aufgepappten Gürtelschnallen als Uniformen, in denen sich die Crew der Enterprise durch den Film bewegen muss. All diese Faktoren ließen den Film scheinbar in der Gunst der Fans tief sinken.

Die Musik zum Film stammt von Jerry Goldsmith, der damit einen der wichtigsten Scores seiner Karriere ablieferte. Goldsmith zelebriert in seiner Musik das Abenteuer, aber auch die Gefahren des Weltalls und erschuf damit seine eigene Weltraum-Oper, ganz im Gegensatz zum düsteren Horror seiner im gleichen Jahr entstandenen Musik zu ALIEN. Wie John Williams mit seiner Musik den Sound der STAR-WARS-Filme prägte, drückte Jerry Goldsmith der STAR-TREK-Reihe seinen Stempel auf. So wurde sein Hauptthema aus STAR TREK THE MOTION PICTURE zur Titelmelodie der dann in den 80ern doch noch produzierten, zweiten TREK-Serie STAR TREK THE NEXT GENERATION, ausserdem komponierte er noch die Titelmelodie der TREK-Serie VOYAGER, sowie die Musiken zu den TREK-Filmen V, VIII, IX und X.

STAR TREK THE MOTION PICTURE wurde ein Kinoerfolg und so war ein zweiter Film natürlich nur eine Frage der Zeit. Dennoch plante man bei Paramount als zweiten Film einen TV-Film und entschied sich erst später für einen weiteren Kinofilm. 1982 kam dann STAR TREK II – THE WRATH OF KHAN in die Kinos, der mit 11 Millionen Dollar zu einem Viertel des Budgets des ersten Filmes gedreht worden war. Hier hatte sich einiges verändert. Gene Roddenberry musste seinen Platz als Produzent räumen (das Studio machte ihn für die schlechte Rezeption des ersten Filmes verantwortlich) und Regisseur Nicholas Meyer (THE DAY AFTER, 1983) überarbeitete unter anderem den Look der Uniformen, was sie wesentlich militärischer aussehen ließ. Roddenberry war damit alles andere als einverstanden, in seiner Vision von STAR TREK war die Föderation der Vereinten Planeten eben keine militärische Vereinigung. Ein weiterer großer Streitpunkt war der Tod von Mister Spock. Damit wollte man Spock-Darsteller Leonard Nimoy motivieren, wieder in die Rolle zu schlüpfen, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich kein Interesse mehr an STAR TREK hatte. Trotz des Protestes von Roddenberry stirbt Mister Spock am Ende des Filmes, nachdem er die Enterprise gerettet hat. Allerdings hatten sich die Macher ein Hintertürchen offen gehalten.

Der Film führt die Geschichte aus der TV-Episode „Der schlafende Tiger“ weiter. Ricardo Montalban schlüpfte, wie schon in der Serie, wieder in die Rolle des Khan, der die Enterprise in seine Gewalt bringen will. Ursprünglich sollte der Film REVENGE OF KHAN heißen, man änderte den Titel aber wegen der Verwechslungsgefahr. Zu diesem Zeitpunkt hieß nämlich der dritte STAR-WARS-Film noch REVENGE OF THE JEDI. Kurioserweise wurde dieser dann vor der Veröffentlichung in RETURN OF THE JEDI geändert, da George Lucas der Titel zu martialisch war. Für die Musik musste man aufgrund des gekürzten Budgets auf einen unbekannten Komponisten zurückgreifen. Der junge James Horner (u.a. Musik für TITANIC, AVATAR, BRAVEHEART) schrieb die Musik zum zweiten und dann auch zum dritten TREK-Film und startete damit endgültig seine Karriere in Hollywood.

Nach vielen, teils auch sehr heftigen Fan-Protesten wegen Spocks Tod musste man ihn wieder zurück ins Leben bringen. Um auch Leonard Nimoy für das Projekt zu gewinnen, bot man ihm die Regie des dritten TREK-Filmes an, die er auch annahm. Und so erblickte 1984 STAR TREK III – THE SEARCH FOR SPOCK das Licht der Kinowelt. Nach dem zweiten Film übernahm hier erneut die Special-Effects-Firma von George Lucas, „Industrial Light & Magic“, kurz ILM, die Produktion der Effekte. Im Film stehen sich zum ersten Mal seit der Serie die Enterprise und die Klingonen wieder gegenüber, die in den Besitz des im zweiten Film etablierten GENESIS-Projektes kommen wollen. Ebenso kommt es im Verlauf der Handlung zur Zerstörung der Enterprise, weshalb die Crew am Ende mit dem gekaperten Schiff der Klingonen den Heimweg zur Erde antritt.

Mit STAR TREK IV – THE VOYAGE HOME kam 1986 der bis dato kommerziell erfolgreichste TREK-Film in die Kinos. Darin muss die Crew um Captain Kirk in die Vergangenheit reisen, um zwei Buckelwale mit in die Zukunft zu nehmen, die dort bereits ausgestorben sind. Eine außerirdische Sonde versucht, mit den Walen auf der Erde zu kommunizieren und richtet dabei verheerende Verwüstungen an. Regie führte wieder Leonard Nimoy, der ebenfalls am Drehbuch mitarbeitete. Der vierte Film gilt unter den Fans als beliebtester Teil der Filme mit der originalen Crew, die hier auch einmal etwas mehr ihr komödiantisches Talent ausspielen kann.

Die Beliebtheit des vierten Filmes und der kommerzielle Erfolg verleiteten den als etwas eitel geltenden Darsteller des Captain Kirk, William Shatner, dazu, beim nächsten Film selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. In seiner Serie T.J. HOOKER konnte Shatner Anfang der 1980er bereits erste Regie-Erfahrungen sammeln. Und auch er arbeitete am Drehbuch bzw an der Geschichte des Filmes mit. Doch der Film stand unter keinem guten Stern.

Noch während der Produktion nahm Paramount massive Budgetkürzungen vor und auch die Zeit für die Post-Produktion wurde verkürzt. Das führte dazu, dass ILM nicht die Effekte für den Film machen konnte und man auf eine günstigere Alternative zurückgreifen musste, die man leider auch sieht. STAR TREK V – THE FINAL FRONTIER wurde 1989 dann auch der zu diesem Zeitpunkt kommerziell schwächste Film der Reihe, er spielte mit knapp 53 Millionen Dollar in den USA nicht mal die Hälfte des vierten Filmes ein.

Der Film selbst ist eine Gratwanderung zwischen Klamauk und Drama. Mit der Enterprise A wird das Nachfolgeschiff der im dritten Film zerstörten originalen Enterprise eingeführt. Im Film lockt der verrückte Vulkanier Sybok die Enterprise zum Planeten des galaktischen Friedens, um sie in seine Gewalt zu bringen. Mit ihr will er die „große Barriere“ durchqueren und ins Zentrum des Universums fliegen (weshalb der deutsche Untertitel des Filmes, „Am Rande des Universums“, eigentlich falsch ist). Im Zentrum des Universums befindet sich dann der Planet Sha-Ka-Ree, auf dem Gott leben soll. Auf ein Wesen aus Energie treffen die Mannen um Kirk dann auch auf dem Planeten. Es möchte mit der Enterprise den Planeten verlassen, um sein Wissen im ganzen All verbreiten zu können. Dies führt Mister Spock zu seiner wundervollen Frage „Wozu braucht Gott ein Raumschiff?“.

Der Name des Planeten Sha-Ka-Ree soll übrigens an Sean Connery erinnern, der für die Rolle des Sybok Wunschkandidat war, aber ablehnte. Herausragendes Merkmal des Filmes ist wieder die Musik von Jerry Goldsmith, der hier zehn Jahre nach dem ersten TREK-Film wieder zur Reihe stößt. In der Gunst der Fans kämpft der fünfte Film gerne mit dem ersten Film um den Platz des schlechtesten TREK-Filmes. Der Humor wirkt teilweise deplatziert und schlecht getimt. Manche Figuren haben eher undankbare Rollen. So ist Scotty ein nur Humbug redender Tollpatsch, der sich den Kopf an einer Querstrebe im Schiff stößt. Die Handlung an sich mag man nun auch als etwas hanebüchen abtun, dennoch ist die Philosophie dahinter, die Suche nach Gott und dem eigenen Ich, doch sehr stark mit der ursprünglichen Vision von Gene Roddenberrys STAR TREK verbunden.

Trotz des kommerziellen Misserfolgs des fünften Filmes erschien 1991 mit STAR TREK VI – THE UNDISCOVERED COUNTRY der nächste Film der Reihe. Nicholas Meyer kehrte als Regisseur zurück und Leonard Nimoy übernahm neben seiner Paraderolle als Spock auch noch die Posten als ausführender Produzent und Co-Autor. Der Film sollte der letzte mit der originalen Crew werden, die sich damit auch gebührend verabschieden wollte. Die Handlung spiegelt politische Ereignisse Ende der 1980er Jahre wieder, besonders das Ende des Kalten Krieges.

Nach einer Reaktorexplosion auf dem klingonischen Mond Praxis müssen die Klingonen Verhandlungen mit der Föderation aufnehmen, da durch diese Katastrophe der Fortbestand ihrer Rasse gefährdet ist. Der jahrzehntelange Kampf gegen die Klingonen scheint somit bald beendet zu sein und die Enterprise wird als Begleitschutz des klingonischen Kanzlers entsandt, der auf dem Weg zur Erde ist. Doch das Schiff des Kanzlers wird angegriffen, wie es scheint, von der Enterprise und Kirk und Pille werden für den Mord am Kanzler unschuldig verurteilt. Am Ende wird die Verschwörung aber aufgedeckt und dem Frieden mit den Klingonen steht nichts mehr im Wege. Der Film ist außerdem gespickt mit Shakespeare-Zitaten, so rezitiert der Klingone Chang immer wieder aus den Werken des englischen Schriftstellers. Und auch der Titel des Filmes, „Das Unentdeckte Land“, womit hier die Zukunft gemeint ist, ist ein Shakespeare-Zitat. Gene Roddenberry erlebte die Premiere des Filmes nicht mehr, er starb kurz nach dem Ende der Dreharbeiten, weshalb der Film mit der Widmung „For Gene Roddenberry“ beginnt.

Bereits seit 1987 flimmerte zu diesem Zeitpunkt die zweite TREK-Serie über den heimischen Bildschirm. STAR TREK THE NEXT GENERATION befasste sich mit den Abenteuern um Captain Picard und seiner Mannschaft, die knapp 70 Jahre nach Captain Kirk und seiner Crew angesiedelt waren. Die Serie endete 1994 und während im TV schon seit 1993 mit der nächsten TREK-Serie weitergemacht wurde, DEEP SPACE NINE (bis 1999), war 1994 dann auch die Zeit reif für den ersten Kinofilm der Next-Generation-Crew. In STAR TREK: GENERATIONS treffen Kirk und Picard aufeinander, um einen Wissenschaftler aufzuhalten, der ein Energieband, welches durchs All fliegt, für seine Zwecke benutzen möchte. Ein Effekt des Energiebandes ist quasi eine Zeitverschiebung, weshalb Picard sich auch die Unterstützung des zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon lange toten Kirk holen kann.

Mit diesem siebten Film (die aber ab diesem Zeitpunkt nicht mehr weiter mit römischen Zahlen nummeriert wurden) übernahm Rick Berman das Zepter als Produzent. Berman produzierte ebenfalls alle TREK-Serien seit NEXT GENERATION und holte sich für den ersten Kinofilm „seiner“ Crew dann auch Leute, mit denen er bereits bei den Serien gearbeitet hatte (wie Komponist Dennis McCarthy). Vielleicht liegt es auch gerade daran, dass der Film über seine Laufzeit einen gewissen TV-Look nicht los wird. Auch das eher unspektakuläre Aufeinandertreffen zweier Legenden wie Kirk und Picard fand einige Kritik unter den Fans. Die Enterprise D, die Picard in der Serie befehligt, wird im Film dann auch sogleich Opfer einer Schlacht mit einem klingonischen Schiff, weshalb im nächsten Film die Enterprise E zum Einsatz kommt. Mit einem Augenzwinkern meint Picard dort dann „Es gibt noch viele Buchstaben im Alphabet.“

Bei STAR TREK: FIRST CONTACT führte 1996 mit Jonathan Frakes (Lieutenant Riker) wieder einer der Darsteller Regie. Der Film ist der düsterste aller TREK-Filme und auch der beliebteste der NEXT-GENERATION-Crew. Darin muss die Enterprise mal wieder in die Vergangenheit reisen, um die Borg, ein Volk von Cyborgs, die keinen eigenen Willen haben und andere Völker in ihr Kollektiv assimilieren, davon abzuhalten, den Lauf der Geschichte zu verändern. Die Borg möchten den Erstkontakt der Menschheit mit einem ausserirdischen Volk verhindern, damit niemals die Föderation der Vereinten Planeten entsteht. Im Verlauf des Filmes assimilieren die Borg nach und nach die Enterprise und verwandeln diese in ein düsteres Geisterschiff, in dem nur noch willenlose Geschöpfe durch die Gänge schlurfen.

Kommerziell war der Film wieder ein großer Erfolg, auch im Fernsehen lief STAR TREK mit DEEP SPACE NINE und später dann VOYAGER (1995 bis 2001) sehr gut. Daher wurde auch nicht lange überlegt und die Planungen für einen weiteren Film begannen.

1998 schlug dann die Stunde von STAR TREK: INSURRECTION. Wieder führte Jonathan Frakes Regie und Picard-Darsteller Patrick Stewart wirkte als Produzent mit. Im mittlerweile neunten Film musste die Crew der Enterprise das Volk der Ba´ku auf deren Planeten beschützen, die angegriffen wurden, da ihr Planet über den Körper verjüngende Eigenschaften verfügt. Dies war nun auch der erste TREK-Film, bei dem die Raumschiffe nicht mehr Modelle waren, sondern komplett digital am Computer entstanden. An den Kinokassen konnte der Film leider nicht an das sehr gute Ergebnis des Vorgängers anschließen, aber die Kassen klingelten dennoch ordentlich. Trotzdem hatte das langsame „Sterben“ von STAR TREK hier bereits begonnen.

2001 startete mit ENTERPRISE die fünfte TREK-Serie im Fernsehen, die bereits von Anfang an mit schwächelnden Quoten zu kämpfen hatte und 2005 dann auch abgesetzt wurde. Scheinbar war das Publikum einfach satt, gab es doch im Grunde seit 1987 ununterbrochen STAR-TREK-Serien im Fernsehen. Mitten hinein kam dann der zehnte Kinofilm, STAR TREK: NEMESIS, im Jahre 2002, der angekündigt wurde als die „letzte Reise einer Generation“. Auf dem Regiestuhl nahm dieses Mal Stuart Baird Platz, der sich bereits seit vielen Jahren einen Namen als Cutter von Actionfilmen gemacht hatte. NEMESIS war sein dritten Kinofilm als Regisseur (nach EXECUTIVE DECISION und U.S. MARSHALS). Ursprünglich für die Regie vorgesehen war LeVar Burton, Darsteller des Mr. La Forge, der bereits bei den TREK-Serien immer wieder einzelne Episoden inszeniert hatte. Das Drehbuch stammt von John Logan (GLADIATOR, HUGO), an der Geschichte hat Brent Spiner, Darsteller des Mr. Data, mitgeschrieben.

Picard bekommt es mit einer jüngeren Ausgabe von sich selbst zu tun, einem Klon, der Picard töten und die Erde vernichten will. Auch bei diesem Film gab es Änderungen in der Post-Produktion. So wurde die ursprünglich zweieinhalb Stunden lange Fassung massiv gekürzt, um den Film Zuschauer-freundlicher zu machen. Doch es half nichts. NEMESIS spielte in den USA nur 44 Millionen Dollar ein, so wenig, wie kein anderer TREK-Film und damit als erster TREK-Film auch weniger, als er gekostet hat.

Damit war das Thema STAR TREK im Kino erst mal erledigt. Nachdem die Serie ENTERPRISE dann auch noch abgesetzt wurde, lag STAR TREK erst einmal am Boden. Die Fan-Conventions fanden zwar immer noch statt, aber sowohl im Fernsehen, als auch im Kino, waren erst einmal STAR-TREK-freie Jahre angesagt.

Das änderte sich erst wieder, als J.J. Abrams mit den Arbeiten zu einem neuen TREK-Film begann. Abrams, der zuerst als Produzent von Serien wie LOST, FRINGE und ALIAS bekannt wurde und später als Regisseur SUPER 8 und MISSION: IMPOSSIBLE III machte, wählte einen Neuanfang für seinen STAR-TREK-Film. Bereits 2005 begannen die Planungen für den neuen Film. Es sollte erzählt werden, wie Kirk und seine Crew als junge Männer und Frauen zur Sternenflotte kommen und sich ihre ersten Sporen verdienen. Die Fans waren natürlich erst mal skeptisch. Ein Neustart und dann auch noch mit komplett neuen Darstellern ihrer lieb gewonnenen Charaktere? Was zunächst ein Himmelfahrtskommando zu sein schien, entpuppte sich im Nachhinein als das größte Comeback, das STAR TREK erleben sollte.

Der Film spielte 2009 weltweit sagenhafte 385 Millionen Dollar ein, fast so viel, wie die letzten drei TREK-Filme zusammen. Doch bei aller Freude über den gelungenen Neustart gab es auch Kritik. Dem Film fehlt es an Tiefe und auch der Gegenspieler wirkt wie ein blasser Khan-Ersatz. Vom ursprünglichen Geist von STAR TREK war ebenfalls wenig zu spüren. Das Ganze sah eher nach STAR WARS aus, was auch so gewollt war, da nach Meinung der Autoren STAR WARS scheinbar auch bei Nicht-Fans mehr Akzeptanz findet als STAR TREK. Für die Musik war Michael Giacchino zuständig, der mit Abrams bereits seit dessen Serien als Komponist zusammenarbeitet.

Im Film startet eine Zeitreise quasi die komplette Geschichte von Kirk und seiner Crew neu. Alles, was man bisher über den Werdegang der Figuren wusste, war nun verändert worden. Das machte man unter anderem deshalb, weil es einfach unmöglich ist, nach fast 50 Jahren Star Trek den Überblick zu haben, welche Figur nun wann was und wie gemacht hat. Und um diesen Ballast nicht in den Neustart bringen zu müssen, entschied man sich, wieder bei Null anzufangen, auch wenn man Leonard Nimoy einen Kurzauftritt als alter Spock gewährte. Dem Erfolg tat das keinen Abbruch, STAR TREK lebte wieder und war bereit für den nächsten Film.

Dieser folgte 2013 in Form von STAR TREK INTO DARKNESS. Schon im Vorfeld brodelte die Gerüchteküche. Würde Kirks alter Gegenspieler Khan zurückkommen? Welche Überraschungen sollte es dieses Mal geben? Der Erfolg war auch dieses Mal wieder auf der Seite der Macher. Zwar blieb der Film vom Einspielergebnis her in den USA hinter dem ersten Film zurück, aber weltweit kam mit 467 Millionen Dollar mehr Umsatz zustande.

In der Kritik stand dennoch wieder die fehlende Tiefe des Filmes. Während die Handlung ein Remake von STAR TREK II – THE WRATH OF KHAN ist, hetzt der Film von Actionszene zu Actionszene und wird so zu einem ansehnlichen Sci-Fi-Actionfilm, aber mit STAR TREK im eigentlichen Sinne hat das nicht mehr viel zu tun.

Für die Zukunft bleibt also zu hoffen, dass man einen Weg findet, um die Vorlage von Gene Roddenberry mit den heutigen Anforderungen an einen Sci-Fi-Film zu kombinieren, damit nicht nur ein Film dabei rauskommt, der STAR TREK heißt, sondern, der auch STAR TREK ist. 2016 feiert STAR TREK sein 50. Jubiläum. An einem neuen Film wird bereits gearbeitet, doch J. J. Abrams wird nicht mehr Regie führen. Abrams hat sich bereits einem anderen Franchise zugewandt, welchem er nach eigenen Aussagen näher steht als STAR TREK. Er hat den nächsten STAR-WARS-Film inszeniert, der im Dezember 2015 in die Kinos kommen soll. Eine Konkurrenz zu STAR TREK sollte es aber nicht sein, dafür ist im All genug Platz. Nicht umsonst heißt es „Der Weltraum. Unendliche Weiten…“.

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